Nordamerika

Trump attackiert Papst Leo verbal und stellt sich selbst als Messias dar

In einem Social-Media-Post kritisiert US-Präsident Donald Trump Papst Leo XIV. wegen seiner Äußerungen zur US-amerikanischen Interventionspolitik. Sich selbst bildet Trump dagegen in religiöser Pose als Heiland ab.

Seit Mai 2025 ist das geistliche Oberhaupt aller Katholiken weltweit ein gebürtiger US-Amerikaner namens Robert Francis Prevost. Wer jedoch geglaubt hatte, die Nationalität des neuen Pontifex Maximus würde zu größerer Harmonie zwischen dem Heiligen Stuhl und der Trump-Administration führen, muss sich nunmehr getäuscht sehen. Der Post, den US-Präsident Trump auf der Plattform "Truth Social" abgesetzt hat, ist gleichbedeutend mit einer veritablen Kampfansage.

In seinem Post warf Trump Papst Leo Schwäche im Umgang mit Kriminalität vor. Der Heilige Vater sei eine Katastrophe in der Außenpolitik. Er – Trump – lehne einen Papst ab, der es für in Ordnung halte, dass Iran Atomwaffen besitze, und den US-amerikanischen Angriff auf Venezuela schrecklich finde. Immerhin habe es sich dabei um ein Land gehandelt, "das riesige Mengen an Drogen in die Vereinigten Staaten schmuggelte und – was noch schlimmer war – seine Gefängnisse leerte und Mörder, Drogendealer und andere Gewalttäter in unser Land schickte".

Der Papst kritisiere den Präsidenten der Vereinigten Staaten, weil er das tue, wofür er gewählt worden sei: "Rekordtiefstände bei der Kriminalität zu erreichen und den besten Aktienmarkt der Geschichte zu schaffen." Leo dagegen solle ihm für seine Wahl zum Papst dankbar sein, denn eigentlich habe er nicht auf der Liste der Papstkandidaten gestanden. Er sei nur gewählt worden, weil man Trumps wegen einen US-Amerikaner als Papst gebraucht habe. Trumps Fazit:

"Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan."

Kürzlich hatte Papst Leo den US-amerikanischen Politikberater David Axelrod empfangen, der einst eine prominente Rolle beim Wahlkampf des US-Demokraten Barack Obama gespielt hatte. Zu den Einzelheiten dieser Begegnung äußerte sich der Vatikan nicht, sie genügte jedoch, Trump zu erzürnen. In seiner Tirade prangerte Trump auch die Haltung der Kirchen während der Corona-Pandemie an. Leos Verhalten schade der katholischen Kirche. Der Papst solle sich zusammenreißen und nicht als Politiker agieren.

In der Vergangenheit hatte Papst Leo den Kriegskurs der Trump-Administration scharf kritisiert, insbesondere am 7. April, als er Trumps Auslöschungsdrohungen gegenüber der iranischen Zivilisation als "absolut inakzeptabel" bezeichnete. Der Krieg gegen Iran, den viele Menschen als ungerecht betrachten würden, löse rein gar keine Probleme.

Sich selbst porträtierte Trump in einem weiteren Post als Messias – eine Darstellung, die speziell für gläubige Katholiken nur schwer erträglich sein dürfte. Das ohne weiteren Kommentar von Trump gepostete, KI-generierte Bild zeigt den US-Präsidenten als in einem antiken Gewand gekleidete Heilandsfigur, die mit ihren heilenden Händen einen Kranken segnet. Umgeben ist der Trump-Messias von Gläubigen. Im Hintergrund der befremdlichen Abbildung: am Himmel schwebende Krieger, ein Kampfflugzeug und in den Lüften kreisende Adler als US-amerikanische Wappentiere. Dazu die Flagge "Stars and Stripes" sowie die Freiheitsstatue.

Aus US-amerikanischen Kirchenkreisen kam dementsprechend auch Kritik an Trumps Rundumschlag gegen den Papst. Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Paul S. Coakley, erklärte seine Bestürzung über die abfälligen Äußerungen des US-Präsidenten. Der Papst sei der Stellvertreter Christi, kein politischer Rivale Trumps. Und auch Teile der MAGA-Bewegung waren keineswegs erfreut: Die frühere Marjorie Taylor Greene postete auf der Plattform X Trumps Messias-Bild und erklärte, sie verurteile Trumps Attacken gegen den Papst und bete dagegen an.

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